Gefährliche Schönheiten / Gefährliche Insekten
Es ist alles eine Frage des Blickwinkels, aus dem wir Pflanzen und Tiere betrachten. Denn die eigentliche Gefahr liegt nicht in den Giftstoffen der Pflanzen und im Wesen der Insekten, sondern oft in der Unkenntnis bzw. Arglosigkeit der Menschen, die leichtfertig mit ihnen umgehen.Blütenduft und Früchte mit leuchtenden Farben bringen viele Pflanzen nicht nur allein zu unserer Freude hervor, sondern um Insekten anzulocken, die sich von Pollen und Nektar und den Früchten ernähren. So tragen sie ganz nebenbei zur Verbreitung und Fortpflanzung dieser Pflanzen bei. Äußerst beliebt bei den kleinen Summern sind gerade die für uns Menschen schwach giftigen Pflanzen wie Narzisse, Pfingstrose, Tulpe oder Lupine. Ebenfalls giftig sind Eibe, Efeu oder Rittersporn ( = giftige Pflanzen ) sowie Goldregen, Fingerhut, Tollkirsche oder der Lebensbaum ( = stark giftige Pflanzen ).
Die Erste - Hilfe - Maßnahme bei Unfällen mit Giftpflanzen besteht immer darin, Erbrechen auszulösen, bis alle Pflanzenteile aus dem Magen entfernt sind. Anschließend muss immer ein Arzt aufgesucht werden. Werden Anzeichen einer Vergiftung, hervorgerufen durch Berühren von Giftpflanzen beobachtet, muss die Hautstelle mit reichlich Wasser und Seife abgewaschen werden. Bei schweren Fällen sollte auch unbedingt ein Arztbesuch erfolgen.Selbstverständlich wollen wir die Gefahr, die von den eingangs erwähnten Insekten ausgeht, nicht unterschätzen. Stiche von Bienen, Wespen oder Hummeln sind schmerzhaft und für Allergiker können sie sogar tödlich sein.
Diese Insekten tragen am Hinterleib einen Stachel, durch den sie u. a. Mellitin, Histamin und Seretonin in die Wunde spritzen. Eine Wespe kann mehrmals stechen, die Biene dagegen stirbt bereits nach einem Stich. Für Allergiker kann schon ein Bienenstich tödliche Folgen haben. Ansonsten gelten fünf Stiche als toxisch, ab 40 Stiche wird es ernst - 500 Stiche gelten als tödlich.
Hummeln und Hornissen sind von Natur aus nicht stechwütig, sie stechen nur in höchster Not. Allerdings können die Stiche mehrerer Hornissen Kinder töten. Hornissen nisten in Baumhöhlen, leeren Bienenhäusern und Vogelhäuser - also genau inspizieren, bevor man evtl. hineingreift !
Gegen Insektenstiche jeglicher Art ist Zwiebelsaft ein wirksames Mittel. Die Wunde, aus der der Stachel herausgezogen ist, wird mit zerschnittenen Zwiebeln eingerieben. Der Schmerz hört auf, und es entsteht kein Geschwulst. Eine ähnliche Wirkung erzielt auch ein angeschnittener Löwenzahnstengel. Auch das Reiben von Eis auf den Stich kann einen Entzündung und Schwellung verhindern. Statt die Schmerzen und den Juckreiz von Insektenstichen zu lindern, ist es besser, sie von vornherein zu vermeiden. Hier eine kleine Auswahl von Tipps, wie sie sich in Zukunft schützen können :- Bleiben Sie ruhig und schlagen Sie nicht mit Händen oder Gegenständen
- Verzichten Sie auf Parfum
- Laufen Sie auf Gras - und Moosböden nicht barfuß
- Decken Sie Lebensmittel im Freien ab
- Achten Sie in Ihrer Umgebung auf evtl. Insektennester
Allen Ängstlichen unter uns sei jedoch gesagt, dass in diesem Sommer keine Wespenplage zu erwarten ist - so die Meinung von Benedict Polaczek, Bienenfachmann vom Institut für Zoologie der Freien Universität Berlin.
Bedingt durch den langen kalten Frühling fehlt es den Insekten an natürlicher Nahrung. Wenn sie also dann auch zu den Menschen kommen, sehen Sie bitte in erster Linie nicht den bedrohlichen Stachel, sondern vor allem die Arbeit als Bestäuberin. Wenn Sie dann noch Ihre Blumenbepflanzung auf dem Balkon für Bienen und Hummeln attraktiv gestalten, tragen Sie zum Erhalt der Hautflügler bei.















