Vogelgrippe in Deutschland
Der gefährliche Erreger H5N1 breitet sich unaufhaltsam aus, nun ist er auch in Deutschland angekommen. Die Sorge um die Ausbreitung der Vogelgrippe in unserem Land wirft viele Fragen nach Risiken und Schutzmöglichkeiten auf .Wir möchten an dieser Stelle unsere Mitglieder über die wichtigsten Fakten informieren:
Was ist die Vogelgrippe und wie verbreitet sich das Virus?
Hier handelt es sich um eine Erkrankung des Geflügels durch Vogel-Influenzaviren. Das Virus findet sich hauptsächlich in den Atemwegen bzw. im Kot der infizierten Tiere. Durch Inhalation virushaltiger Staubpartikel oder durch Schmierinfektion kann das Virus auch auf den Menschen übertragen werden. An Vogelfedern kann das Virus mehrere Tage überleben. Es muss daher jeglicher Kontakt mit toten oder kranken Wildvögeln vermieden werden, Geflügelfleisch und Eier müssen unbedingt gut gekocht oder gebraten werden .
Wie ist die Vogelgrippe zu erkennen, was ist beim Auffinden eines kranken Vogels zu tun?
Erkrankte Vögel machen einen apathischen Eindruck, leiden an Atemnot, ihr Gefieder ist gesträubt. Die Tiere sollten auf gar keinen Fall angefasst werden. Die Entdeckung toter Vögel sollte der Polizei oder der Gemeinde gemeldet werden, die dann die Veterinärämter einschalten.Besteht eine Gefahr für Haustiere, welche Vögel sind besonders anfällig?
Die natürliche Barriere für das Virus auf Säugetiere überzugehen, ist sehr hoch. Laborversuche haben jedoch ergeben, dass bei Katzen selbst das Fressen von infiziertem Geflügel keine Wirkung hat, weil das Virus zu wirtsspezifisch ist. Relativ leicht infizieren sich jedoch Hühner und Puten. Wasservögel wie Enten oder Gänse erkranken weniger schwer, scheiden jedoch Viren aus und verbreiten so die Krankheit. Schwäne sind Experten zufolge besonders empfindlich für das aggressive H5N1 Virus. Sie gelten deshalb als "Indikatorvögel". Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass auch Mäuse sehr empfänglich für den Virus sind.
Welche Schutzmaßnahmen wurden durch den Staat ergriffen ? Was kann jeder einzelne Tierhalter tun ?
In Gegenden, in denen die Krankheit aufgetreten ist, wird eine Überwachungszone im Umkreis von zehn Kilometern eingerichtet, in die kein Geflügel frei laufen oder transportiert werde darf. Für Hausgeflügel besteht bereits seit dem 17.02.2006 eine Stallpflicht. Diese gilt bis voraussichtlich zum 30.03.2006. Vogelmärkte und Ausstellungen dürfen nicht durchgeführt werden. Die Jagd auf Wildvögel ist verboten.
Private Geflügelhalter können die Stallpflicht auch durch das Spannen von Netzen erfüllen. Das Grundprinzip ist, dass das Geflügel nicht mit Wildvögeln in Kontakt kommt (so H. Lohner, Naturschutzreferent beim BUND, Berlin). Es muss daher engmaschig sein und bis zum Boden reichen. Bei der Fütterung der Tiere müssen Geflügelhalter besonders umsichtig sein. "Das Trinkwasser darf nur aus der Leitung oder einem Brunnen sein. Tabu ist Oberflächenwasser, weil darin mit dem Vogelgrippevirus infizierte Wildvögel gebadet haben könnten." Auch das Futter darf für Wildvögel nicht zugänglich sein.Was wird getan, um die Ausbreitung zu stoppen?
Erkrankte und möglicherweise erkrankte Haustiere werden bisher getötet und die Kadaver vernichtet.















